Mein Arbeitsfeld liegt auf der Grenze zwischen Material und Leben. Prozesse des Material- und Informationsaustauschs kennzeichnen diesen Bereich. Darin vermischen sich Material und Leben auf allen Ebenen, der DNS in den Zellen, im Alltag, auf dem Planeten.

Auf allen Ebenen leben wir inmitten synthetischer Materialien und Prozesse. Kunststoffe sind um uns und in uns. Die Tiere essen sie. Wir essen die Tiere. Wir verändern Genome, synthetisieren Leben daraus und verzehren es. Müll und Verschwendung ein Problem. Kunststoffe sind wertvoll. Leben ist noch wertvoller.

Meine künstlerische Arbeit verbindet synthetische und organische Materialien und Formen auf organische Weise. Wie das Leben selbst, arbeite ich plastisch. Bringe heterogene Materialien in einen homogenen organischen Zusammenhang. Globale oder zelluläre Prozesse oder Ideen skaliere ich auf den unmittelbaren menschlichen Wahrnehmungsbereich. Bewusstsein, Information und Kommunikation durchdringen das Material des Lebens und meiner Arbeit.

Ich sammele, sortiere, verdichte, komponiere, konserviere und kommuniziere Material und Information mit bildhauerischen und geisteswissenschaftlichen Mitteln. Aus organischen/lebendigen und synthetischen Materialien und Formen schöpfe ich Hybriden. Diese Objekte und Installationen transportieren ästhetische und biologische Information. Sie verkörpern die Offenheit der Grenzen zwischen Material und Leben im postindustriellen Zeitalter.

 

Melissa Holstein

machte an den Universitäten Heidelberg und Leipzig 2006 ihren Magister in Germanistik/Politologie. Arbeitete als Freie Journalistin, studierte an der Bauhaus-Universität Weimar Freie Kunst und wurde 2015 Stipendiatin des Cusanuswerks. Erhielt nach dem Diplom 2017 das Georg-Meistermann Stipendium. Stellte aus in Weinheim , Berlin, Weimar, Yokohama, Nagoya, München, Seggiano, Werenzhain          und Essen.

Rescue_Sea, Rettungsdeckenmeer mit Künstlerin Melissa Holstein, Yokohama 2014
Melissa Holstein, Rescue_Sea, Installationsansicht, Yokohama, 2014, ehemaliges Bordell, Rettungsdecke, Ventilator. Fotografie: Alex Bellamy